Wie wir Konflikte lösen können

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Wir kennen es alle. In manchen Beziehungen im Leben haben wir Konflikte. Sei es in der Ehe, zwischen Eltern und Kindern, mit den Nachbarn oder in der Arbeit: es gibt Konflikte, die bis heute nicht bereinigt worden sind. Das drückt sich meistens so aus, dass es einer bestimmten Person gegenüber Groll oder Bitterkeit in unserem Herzen gibt. Und manchmal, wenn wir ehrlich sind, wollen wir diese Person am Liebsten gar nicht mehr sehen. Unbereinigte Konflikte schaden uns: in unserer Beziehung mit dem Herrn, in unseren Beziehungen mit anderen Menschen und im Gebet (1 Joh 4:20; 1 Pet 3:7). Sie rauben unsere Fröhlichkeit. Wenn wir eine derartige "Beziehungsleiche im Keller" liegen haben, hilft alles Geld und auch der schönste Urlaub mit weißem Sandstrand und klarem Wasser nichts: unsere Lebensqualität leidet darunter.

Jesus sagt: "Selig die Friedensstifer, denn sie werden Kinder Gottes heißen." Aber wie geht das? Hier sind 7 konkrete Punkte, wie wir unsere Konflikte lösen können.

Eines der Grundgesetze im Leben ist das von "säen und ernten" (Gal 6:7-8). Wir ernten, was wir säen. Doch wir ernten oft mehr als wir säen. Und das ist für Negatives wie schlechtes Reden, Wut und Bitterkeit genauso wahr wie für Gutes, wie Lob, Sanftheit und Freigebigkeit. Es kommt mehr davon zurück.

Gott will, dass wir Friedensstifter sind. Ein Friedensstifter ist dadurch charakterisiert, dass er nicht davon läuft. Er wird aktiv, um eine Sache zu bereinigen. Hier sind einige Punkte, die wir tun können, damit Konflikt gelöst werden und wir bessere Beziehung miteinander haben. Übrigens lernen wir alle. Meine Frau und ich haben alle Fehler gemacht, die es zu machen gibt. Aber Gott ist gut und treu: er hilft uns, zu wachsen, nach Fehlern wieder aufzustehen und weiter zu gehen. Er verlangt von uns keine Perfektion, aber er will, dass wir es ernst nehmen und konkrete Schritte tun.

1. Gott geht es um gesunde Beziehungen miteinander. Gerade heute habe ich wieder erlebt, wie der Herr mein "Programm für den Tag" geändert hat. Warum? Er wollte, dass meine Frau und ich eine gute Qualitäts-Zeit miteinander verbringen. Wir hatten gute Gespräche, mit Zuhören und von Herzen austauschen. Das baut Beziehung. Und das ist es, was uns im Leben bereichert und uns durchträgt.

Wenn wir gute Beziehungen im Leben haben wollen, machen wir den ersten Schritt. Jesus sagt: "Wenn Du nun Deine Gabe zum Altar bringst und Dich dort erinnerst, daß Dein Bruder etwas gegen Dich hat, dann laß Deine Gabe dort vor dem Altar und geh erst hin und versöhne Dich mit Deinem Bruder. Dann komm und bring Deine Gabe dar." (Matt 5:23-24) Direkt danach sagt uns Jesus, daß wir uns miteinander versöhnen und einander vergeben sollen. Es ist dem Herrn also wichtiger, daß wir bereinigte Beziehungen zueinander haben, als daß wir "geistlich" handeln und Groll gegen einen Bruder im Herrn im Herzen tragen.

Wir brauchen ein reines Herz.

In solchen Situationen gibt es oft 2 Typen von Menschen mit unterschiedlichen Reaktionen: die einen schreien ihren ganzen Frust heraus, sodaß die ganze Welt erfahren muß, wie es ihnen gerade geht. Die anderen ziehen sich total zurück und reden kein Wort mehr. Beides löst keine Konflikte. Der einzige Weg, Konflikte zu lösen ist, dem Konflikt direkt ins Angesicht zu schauen und ihn zu konfrontieren. Und unser größtes Hindernis dabei ist Angst.  Adam und Eva sind da ein gutes Beispiel: nach dem Sündenfall war ihre Beziehung mit Gott und miteinander gestört. Was haben sie getan? Sie haben Angst gehabt und sich versteckt (Gen 3:10). Die Folge einer gebrochenen Beziehung ist, daß wir uns voneinander entfremden, dem anderen die Schuld geben wollen und innerlich zumachen. In vielen Beziehungen entstehen so Gräben zwischen zwei Menschen. Wir haben Angst davor, uns aufzumachen, denn damit werden wir verwundbar. Und wir haben Angst davor, daß der andere meine Offenheit und meine ehrlichen Worte gegen mich verwendet. So hält Angst uns davor ab, die Beziehung zueinander in der Tiefe zu genießen.

Doch es gibt Heilung! Die Liebe Gottes. 1 Joh 4:18 sagt uns, daß es "in der Liebe keine Angst gibt." Und Gott hat uns nicht einen Geist der Angst gegeben, "sondern der Kraft, der Liebe und eines gesunden Sinnes". (2 Tim 1:7) Durch die Liebe Gottes können wir jede Angst überwinden. Wenn wir mit der Liebe Gottes erfüllt sind, können wir den ersten Schritt machen. Und dann haben wir den schwierigsten Teil schon hinter uns.

2. Bitte Gott im Glauben um Weisheit (Jak 1:2-8). Wenn es jetzt konkret darum geht, Konflikte miteinander zu bereinigen, und wir bereit sind und den ersten Schritt getan haben, lassen wir uns vom Herrn weiterführen. Versuchen wir nichts zu erzwingen. Warten wir, bis der andere auch bereit ist. Sprechen wir nicht miteinander, wenn wir müde sind. Reden wir erst, wenn wir nicht emotionell "geladen" sind. Sprechen wir nicht in der Öffentlichkeit, wo uns andere sehen und/oder hören. Übrigens, ein Wort an die Männer: ein Zeichen wahrer Männlichkeit ist, ein Problem wirklich anzupacken, um es zu lösen!

3. Beginne mit Buße. Der falsche Weg, den wir oft wie Adam und Eva gehen, ist, Ausreden zu suchen und/oder den anderen anzuklagen. Ihm oder ihr Vorwürfe zu machen. Es stimmt, die Schlange hat Eva verführt. Aber Eva hat von der Frucht gegessen - das war ihr Fehler. Es stimmt, Eva hatte Adam von der Frucht zu essen gegeben und das hätte sie nicht tun sollen. Aber Adam hat die Frucht genommen und selber auch gegessen - das war sein Fehler. Wenn die Situation auch sehr eindeutig zu sein scheint, wenn der andere auch zu 99% Schuld haben sollte, ein demütiger Menschen beginnt beim eigenen Herzen. Schließlich ist unser Ziel, vor dem Herrn ein reines Herz zu haben. Ja, es ist ganz unwichtig, was der andere alles für Fehler gemacht hat - ich selber brauche ein reines Herz. Die lange Liste der Fehler des anderen ist keine Entschuldigung für meine Sünde. Ich muß für mein eigenes Verhalten Verantwortung übernehmen und meine Sünden bekennen. Jak 5:16 sagt, daß wir einander unsere Sünden bekennen sollen - und für einander beten - damit wir geheilt werden!

Wir kennen alle zwei Gründe für Konflikte: 1. unsere Selbst-Zentriertheit. Wir sind auf uns selbst ausgerichtet, anstatt mit Jesus erfüllt zu sein! Als Folge davon sehen wir nur uns selbst und was wir wollen, was wir (angeblich) brauchen und unsere Sicht der Dinge. Die Folge ist, daß unsere Gefühle sehr schnell verletzt sind. Und wieder geben wir dem anderen die Schuld. In Wirklichkeit aber liegt das Problem in uns selbst. Jak 4:1 sagt: "Woher kommen Kriege und woher kommen Streitigkeiten unter Euch? Nicht daher: aus euren Lüsten, die in Euren Gliedern streiten?" Wenn wir aber mit Jesus erfüllt sind, haben wir Frieden im Herzen und nichts regt uns so leicht auf. Wir können viel leichter vergeben und sind auch schneller bereit, uns mit dem anderen zu versöhnen. Denn es liegt uns am Herzen, bereinigte Beziehungen zu haben, auch wenn der Weg dorthin schwer ist. Doch "alles vermag ich durch den, der mich stark macht" (Phil 4:13). Und das ist Jesus.

Es ist eine Ausrede, zu sagen "Wir passen nicht zueinander." Entscheide Dich, den anderen zu lieben. Das hat nichts mit Gefühlen zu tun. Wir sind von Natur aus selbst-zentriert und stur. Entscheide Dich, mit dem anderen gut auszukommen! Sei nicht unreif, sondern flexibel. Je größer die Unterschiede zwischen zwei Menschen sind, umso größer ist die Chance zu wachsen und Jesus ähnlicher zu werden. Lerne, jeden Menschen zu lieben. Gott gibt uns dazu Seine Gnade. Es gibt immer einen größeren Lohn dafür, einen Konflikt zu lösen als eine Beziehung aufzulösen.

Es ist egal, wie andere reagieren. Ich möchte dem Herrn gehorchen und das Richtige tun.

Der 2. Grund für Konflikte ist unser Stolz. Dadurch sind wir so schnell in unseren Gefühlen verletzt. Sprüche 13:10 sagt: "Durch Stolz entsteht nur Streit; wo man sich aber raten läßt, da wohnt Weisheit." Wenn wir uns in einer solchen Situation befinden, kann es helfen zu sagen: "Tut mir Leid, ich habe nur gerade zu viel an mich selbst gedacht."

Wir alle haben "blinde Flecken". Das sind nicht die Schwächen von uns, die wir kennen. Es sind die Schwächen von uns, die wir nicht sehen. Andere sehen unsere blinden Flecken. Manchmal spüren sie sie. Sie können uns dann in Liebe darauf hinweisen. Jesus sagt: "Und was siehst Du den Splitter im Auge Deines Bruders, doch den Balken in Deinem Auge nimmst Du nicht wahr? Oder wie kannst Du zu Deinem Bruder sagen: 'Laß mich den Splitter aus Deinem Auge wegnehmen', und dabei ist Balken in Deinem Auge? Heuchler, nimm zuerst den Balken aus Deinem Auge. Dann magst Du sehen, wie Du den Splitter aus dem Auge Deines Bruders wegnimmst." Sind wir vor Gott und vor uns selbst ehrlich: bin ich übertrieben gewesen? Habe ich zu viel gefordert? War ich unrealistisch? Der Herr wird uns durch Seinen Geist, der in uns wohnt, führen und die Dinge zeigen, die er ändern will. Wir müssen ihn uns dann ändern lassen.

Lerne, den anderen zu lieben.

4. Höre dem anderen zu! Hier entscheidet sich sehr viel. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, auf die Worte zu hören, sondern auf den Schmerz, der dahinter steht, und die Sichtweise des anderen zu sehen und zu verstehen. Jemand hat einmal gesagt: "Die Menschen, die am meisten Liebe brauchen sind die Menschen, die sie am wenigsten verdienen." Wenn ein Mensch in seiner Würde verletzt wird, hat er eine emotionelle Reaktion. Das ist normal. Jakobus ermutigt uns: "Darum, meine geliebten Brüder sei jedermann schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn." (Jak 1:19-20) Wir sind oft schnell zum Reden, langsam zum Hören, schnell zum Zorn. Die Bibel ermutigt uns hier, zuerst zuzuhören bevor wir sprechen. "Denn der Zorn eines Menschen bewirkt nicht Gottes Gerechtigkeit."

In Phil 2:4-5 sagt der Herr uns: "Jeder sei nicht nur auf das Eigene bedacht, sondern auch auf das der anderen. Solche Gesinnung habt untereinander, wie sie auch in Messias Jesus war." Wenn wir die richtige Sichtweise haben und dem anderen zuhören, ist ein großer Schritt in Richtung Konflikt-Lösung getan! Denn je mehr wir den anderen verstehen, umso mehr werden wir Verständnis und Geduld mit ihm haben. Je weniger, umso weniger.

"Wer antwortet, bevor er gehört hat, dem ist es Torheit und Schande." (Sprüche 18:13)

Wenn wir auf das falsche Verhalten des anderen schauen, werden wir schnell richten und verurteilen. Oft sind wir selber dabei sehr unrealistisch und unfair. Ein Beispiel: wir sagen, "Meine Ängste sind verständlich, Deine Ängste sind absurd." In Wahrheit ist jede Angst etwas Irrationales. Wir können sie nicht weg-diskutieren. Römer 15:2 sagt: "Jeder von uns sei dem Nächsten gefällig, damit er erbaut werde." Wenn wir diese Einstellung haben, sind Konflikte schnell gelöst!

5. Sag die Wahrheit in Liebe (Eph 4:15). Wenn wir unsere Stimme erheben, wenn wir schreien (meistens aus Frust oder Wut), hört der andere die Wahrheit nicht, sondern  meine Emotion. Menschen ändern sich schneller, wenn die Wahrheit in Liebe gesprochen wird.

Sprüche 12:18 "Es gibt (einen Menschen), der spricht wie ein durchbohrendes Schwert; die Zunge der Weisen aber ist Heilung."

Epheser 4:29 "Keine schlechte Rede gehe aus eurem Mund, sondern was zur notwendigen Erbauung gut ist, daß es den Hörern Gnade darreiche."

Es kann sehr gut sein, wenn Menschen sich darauf einigen, gewisse Worte nicht zu verwenden. Selbst im größten Konflikt werden dann keine "Massenvernichtungswaffen" eingesetzt.

6. Geh auf das Problem los, nicht auf den anderen. Typische falsche Konversationen sind: "Du hast DAS getan." - "Aber Du hast DAS getan." Persönliche Attacken lösen nichts, verletzten nur. Sehr schlecht sind auch Festlegungen. Das hört sich zum Beispiel so an: "DU BIST so und so." - "Du tust IMMER das und das." Solche Worte sind seelischer Mißbrauch und Sünde. Tun wir den anderen auch nicht herunter, sondern versuchen wir, die Beziehung zu bereinigen.

7. Das Ziel ist, die Beziehung wiederherzustellen. Es muß icht unbedingt so sein, daß zwei Menschen alles in allem gleich sehen. Melania und ich haben in mehreren Punkte ganz unterschiedliche Ansichten. Trotzdem gehen wir Hand-in-Hand. Denn wir gehören zusammen. Ein aus meiner Erfahrung entscheidender Punkt ist: wenn wir darauf aus sind, gesunde Beziehungen zu haben, werden wir Verletzungen nicht festhalten. Geben wir sie Jesus, er ist für unsere Verletzungen am Kreuz dafür gestorben. Er wird uns heilen und helfen, wirklich zu vergeben.

Wir halten unsere Verletzungen nicht fest, sondern geben sie Jesus.

Diese Welt ist voller Konflikte. Die Folge davon sind zerbrochene Beziehungen und zerbrochene Leben. Gott hat nicht nur uns mit sichselbst versöhnt. Er hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben (2 Kor 5:18-19). Sind wir Friedensstifter! Wir wollen Menschen sein, die von der Liebe Gottes geprägt sind. Empfangen wir die Liebe Gottes täglich neu und geben wir sie weiter! Und nehmen wir die wunderbare Verheißung mit, die der Vater im Himmel uns gibt. Er sagt: "Siehe, ich mache alles neu!" (Off 21:5)

Sepp Hell (16. 9. 2016, 18:27)

Ich kenne einen Kollegen, der sachlich betrachtet eigentlich die gleichen und ähnlich große Probleme im Betrieb hat wie ich. Für ihn sind sie allerdings das Thema, das alles beherrscht. Eine barsche Zurechtweisung wie "Halt doch einmal die Klappe!" wäre aber nun gerade nicht das Rechte. Besser man geht auf ihn ein und sucht gemeinsam nach einer Lösung - und die gibt es, auch ohne dass man sich selbst völlig aufgibt!


Manfred Thonhauser (17. 9. 2016, 9:11)

In den Augen des HERRN sind Friedenstifter also Söhne Gottes. Was ist mit den Bemühungen von Scheich Mohammed Bin Zayet Al Nahyan, Kronprinz des Ruler der UAE, der den obersten Gelehrten zum Papst Franciscus sendet, um für den Frieden zwischen Christentum und Islam zu werben? Vgl.: http://bit.ly/2cUCBvJ Liebe Grüße Manfred Thonhauser.


Helmut Leinfellner (17. 9. 2016, 10:30)

Lieber Manfred! Echten Frieden gibt es nur in Jesus, dem Friedefürsten. Deshalb glaube ich, dass diese "Friedensbemühungen" scheitern werden, weil sie nicht aus Gott sind.


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