Jesus ist ein Jude, Teil 1/2

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Die wahrscheinlich wichtigste Frage, die ein Mensch gestellt bekommen kann, fragte Jesus eines Tages seine Jünger: "Wer sagt ihr, dass ich bin?" Wie würdest du Jesus auf diese Frage antworten?

Natürlich kann hier viel gesagt werden. Einen Aspekt möchte ich herausstreichen. Jesus war ein Jude, und als solcher dachte er, sprach er und handelte er. Alles, was er dachte, alles, wie er handelte und warum er es tat, ist aus jüdischer Sicht zu verstehen. Wenn wir Jesus verstehen wollen, müssen wir ihn als Juden verstehen. Ich werde deshalb in 2 Artikeln eine ausführliche Präsentation geben, wie biblisch belegt wird, dass Jesus ein Jude war, und danach die Frage beantworten, welche Bedeutung das für uns als wiedergeborene Christen hat. Eine Tatsache, die meiner Erfahrung nach leider oft sehr vernachlässigt wird ...

Jesus wurde als Jude geboren

Jesus ist eine reale Person, und wurde in Israel geboren, zur Zeit der römischen Besatzung, wahrscheinlich im Jahr 3 vor unserer Zeitrechnung (die auf ihn zurückgeht!).

Dass Yeshua als Jude geboren wurde, bestreitet kaum jemand, der auch nur ein bißchen Bibel-kundig ist oder historisches Wissen besitzt. Der allererste Vers im Neuen Testament beginnt so: "Geschlechtsregister von Yeshua dem Messias, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams." Wer aber waren David und Abraham?

Abraham war der erste Hebräer. Jahwe selbst hatte einen Namen von "Abram" auf "Abraham" geändert (Gen 17:5). Und schon zuvor wurde er "Abram der Hebräer" genannt (Gen 14:13). Wir sehen also, dass Yeshua von "Abram, dem Hebräer" abstammt. Ja bis heute werden Juden auch "Hebräer" genannt, und die Sprache der Juden ist "Hebräisch".

Der allmächtige Gott schloß mit Abraham und seine Nachkommen einen Bund ohne Bedingungen, ihnen das "Verheißene Land" für immer zu geben (Gen 17:8) und den Bund der Beschneidung (Gen 17:10). Abraham ist der Vater der Juden (Apg 3:12-25). Isaak war sein Sohn, Jakov sein Enkel (Matt 1:2). So werden Abraham, Isaak und Jakob die Patriarchen genannt, die Väter der Juden.

Wiederum benannte Gott einen von ihnen um: er gab Jakob den Namen "Israel" (Gen 35:10-12). Jakob hatte 12 Söhne (Gen 35:23-26), aus denen die 12 Stämme Israels hervorgingen. Alle ihre Nachkommen werden durch die Bibel hindurch generell als "die Söhne Israels" bezeichnet (Ex 1:6-7).

Einer dieser 12 Söhne Jakobs war Judah (Gen 35:23; Matt 1:2). Von ihm kam der Ausdruck "Jude". Obwohl Judah (sein richtiger, hebräischer Name ist "Yehudah") nur einer der 12 Stämme war, bekam das Wort "Jude" ca. im Jahr 700 vor unserer Zeitrechnung die Bedeutung, alle Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs zu bezeichnen (Jer 34:9; siehe auch unseren Artikel über die 10 "verlorenen" Stämme Israels, 109). Der Apostel Paulus z. B. war vom Stamm Benjamin (Röm 11:1), bezeichnete sich selbst aber als "Juden" (Apg 22:3).

Der Messias selbst mußte aber aus einem ganz bestimmten Stamm kommen - aus Judah (Gen 49:10), genauso wie König David (1. Sam 17:12; 1. Chr 28:4). Er mußte sogar direkt von König David abstammen (2 Sam. 7:12-13; Jes 9:6-7; Jer 23:5-6). Deshalb wird der Messias auch "Sohn Davids" genannt (Matt 21:9).

Yeshua ist vom Stamm Judah (Heb 7:14). Sein irdischer Vater war ein Nachkomme Davids (Matt 1:6-16), seine Mutter auch (Luk 1:27.32-34,3:23-31).

Zusätzlich war Yeshua als "König der Juden" geboren (Matt 2:2). Der König der Juden mußte selber Jude sein (Deut 17:15). Sein Onkel Sacharjah war ein jüdischer Priester, seine Tante Elisabeth ein jüdischer Nachkomme von Aaron, dem Bruder von Mose, dem erster Hohenpriester Israels (Luk 1:5.36).

Yeshua wurde nach jüdischer Torah am 8. Tag seines Lebens beschnitten (Lev 12:2-3; Luk 2:21).
Er wurde nach jüdischer Torah ausgelöst (Num 18:15; Luk 2:22-23).
Joseph und Miriam, seine Mutter, brachten nach jüdischer Torah ein Opfer dar (Lev 12:6-8; Luk 2:24).

Yeshua trägt die Titel "der Trost Israels" (Luk 2:25) und "die Verherrlichung Deines Volkes Israel" (Luk 2:32).

Yeshua war als Jude geboren. Die Erinnerung an Seine Geburt, die oft von nicht-jüdischen Christen so un-jüdisch begangen wird, war von Anfang bis Ende eine jüdische Angelegenheit. Sie war die Erfüllung jüdischer Prophetien. Und die ersten Tage seines Lebens charakterisierten schon, was sein ganzes Leben widerspiegeln sollte: Yeshua ist der jüdische Messias, der die Prophezeihungen der jüdischen Propheten erfüllt.

Jesus lebte als Jude

Yeshua wurde in Bethlehem geboren (Micah 5:2; Matt 2:1) und lebte in Nazareth (Luk 2:39-40). Beides waren damals jüdische Städte, was von Archäologen und Historikern bestätigt wird. Bethlehem liegt südlich von Jerusalem, Narareth im nördlichen Galiläa. Sowohl Joseph als auch Miriam waren aus Nazareth (Luk 1:26-27, 2:4, 2:39). "Und nachdem sie alles nach der Torah des HERRN vollbracht hatten, kehrten sie nach Galiläa zurück, in ihre Stadt Nazareth." (Luk 2:39) Sein Onkel Sachariah (Zacharias) und seine Tante Elisheva (Elisabeth) waren Torah-gläubige Juden (Luk 1:6). Wir können also annehmen, dass die ganze Familie ihren Glauben sehr ernst nahm.

Joseph und Miriam nahmen die 225 km lange Reise nach Jerusalem und zurück jedes Jahr zu Pessach auf sich (Luk 2:41), indem sie Deut 16:16 beachteten. Als Yeshua 12 Jahre alt war, blieb er im Tempel in Jerusalem zurück und lernte von den Lehrern der Torah (Luk 2:46). Er verstand die Torah in diesem Alter bereits sehr gut (Luk 2:47). Seine Einstellung, zuzuhören und Fragen zu stellen, bringt großen Respekt vor den hebräischen Schriften zum Ausdruck. Auch den Tempel schätze er, denn er nannte ihn "meines Vaters" (Luk 2:49). Gegen Ende seines Lebens pries er eine Witwe dafür, dass sie alles, was sie hatte, an den Tempel gab (Luk 21:1-4).

Als Erwachsener hatte er jüdische Jünger (Matt 20:25-26; Joh 1:47). Sie nannten ihn "Rabbi" (Joh 4:31). Miriam nannte ihn "Rabboni" (Joh 20:16). Die Jünger suchten ihn, weil sie an die Torah und an die Propheten glaubten (Joh 1:45). Ein Pharisäer, der noch nicht voll zum Glauben an ihn gekommen war, nannte Yeshua auch "Rabbi" (Joh 3:2). Genauso tat es eine ganze Gruppe von Menschen (Joh 6:25). Zwei Jünger nannten Jesus auch "Rabbi" (Joh 1:38). Nathanael erkannte Yeshua als den Sohn Gottes und als den Heiligen Israels und nannte ihn "Rabbi" (Joh 1:49). Eine Frau aus Samaria erkannte ihn leicht als Juden (Joh 4:9).

Jesus war ein orthodoxer, jüdischer Rabbi. Hättest du ihn erkannt?

Yeshua's Jünger sprachen Hebräisch (Joh 1:38.41), genauso wie Yeshua selbst [zusammen mit Chaldäisch, einer verwandten Sprache, die die Juden aus dem Exil in Babylon mitgebracht hatten (Matt 27:46)]. In der Bergpredigt bestätigte der Herr die Autorität der Torah und der Propheten (Matt 5:17), selbst im Königreich Gottes (Matt 5:19-20). Er ging nach seiner Gewohnheit in die jüdische Synagoge (Luk 4:16), natürlich am Shabbat (Matt 12:9; Mark 1:21, Mark 3:1, Mark 6:2, Luk 4:16, Luk 6:6, Luk 13:10.14). Seine Lehre wurde in der Synagoge anerkannt (Luk 4:15). Er lehrte auch im jüdischen Tempel (Luk 21:37), und wenn er kein Jude gewesen wäre, wäre sein Aufenthalt in diesem Teil des Tempels verboten gewesen (Apg 21:28-30).

Auch wenn er eine andere Meinung als manche seiner Zeitgenossen hatte, wie die Gebote Gottes gelebt werden sollen (Matt 12:12), stimmte er doch damit überein, dass die Gebote Gottes gehalten werden sollen. Zu sehen an Beispielen wie: "Willst Du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!" (Matt 19:17) Als Yeshua einen Aussätzigen geheilt hat, sagte er zu ihm: "Gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe das Opfer, das Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis!" (Matt 8:4) (Lev 14).

Yeshua lehrte nicht nur andere, wie sie jüdisch leben sollen, sondern er tat es auch selber. Äußerliche Zeichen dafür waren zum Beispiel die "Zizit" (die Fransen) am Gewand (Luk 8:43; Matt 14:36; Strong's Nummer 2899), die er als Erinnerung an die Gebote trug (Num 15:37-39). Er feierte Pessach (Joh 2:13), und ging nach Jerusalem hinauf (Joh 7:14). Er feierte Sukkot, das Laubhüttenfest (Joh 7:2.10), und ging nach Jerusalem hinauf (Joh 7:14). Er feierte auch Chanukkah (Joh 10:22) und ein anderes Fest (Joh 5:1), und ging beide Male nach Jerusalem hinauf, obwohl es in der Torah nicht explizit vorgeschrieben ist.

Sein inneres Zeichen, dass er ein Jude ist,  war ein beschnittenes Herz (Deut 10:16, 30:6).

Als Yeshua in Versuchung war, zitierte er die hebräischen Schriften (Matt 4:2-10; Deut 8:3, 6:16, 6:13). Als er lehrte, lehrte er aus den hebräischen Schriften (Matt 22:42-45). Als er zurechtwies, zitierte er die hebräischen Schriften (Matt 7:6-13).

Yeshua identifizierte sich selbst als Jude (Joh 4:22), und auch als der König der Juden (Mark 15:2). Jesus lebte von seiner Geburt an bis zum letzten Pessach-Abendmahl (Luk 22:14-15) als Jude.

Jesus ist der beste und vollkommenste Jude, der jemals gelebt hat.

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