Ehe und Sexualität

Kategorie(n): Bibel   Fragen & Antworten  

Bei einem Männertreffen hat einer von uns die Frage gestellt, ob es erlaubt wäre, Sex vor der Ehe zu haben oder nicht? Es hat sich eine lebhafte Diskussion entwickelt. Viele Menschen, auch Christen, sind sich heute nicht mehr so klar und sicher, wie Gott das sieht. Oft hören wir, 'Wir lieben einander, warum also nicht?'

Was ist Ehe?

In Genesis 2:24 definiert Gott, was eine Ehe ist. Es steht geschrieben: "Deshalb wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weib anhangen und sie werden zu _einem_ Fleisch." Es ist also eine spezielle Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die diese beiden nur miteinander haben - mit keinem anderen Menschen auf der Welt sonst. Beachten wir bitte, dass Mann und Frau in einer Ehe nicht "ein Herz und eine Seele" sind. Sie haben immer noch jeder sein eigenes Herz, das sich von dem des anderen unterscheidet. Sie haben zwei verschiedene Seelen - eine davon kann erlöst sein, die andere nicht. Sie sind "ein Fleisch" geworden, eine in Gottes Augen unzertrennbare Einheit.

Mit anderen Worten sagt Gott hier, gleich am Anfang seiner Schöpfung: "Ich schaffe hier eine Ehe, die in der körperlichen Einheit eines Mannes und einer Frau besteht. Es ist ein Bund zwischen Mir und diesen beiden Menschen, und auch zwischen ihnen beiden. Dieser Bund soll nicht gebrochen werden. Er gilt ein ganzes Leben lang." Das bestätigt Jesus, indem er sagt: "Was Gott miteinander verbunden hat, das soll der Mensch nicht voneinander trennen." (Matt 19:6)

So gesehen sind Mann und Frau genau genommen nicht bei der Hochzeit miteinander als Ehepaar verbunden, sondern erst in der Hochzeitsnacht. Anders ausgedrückt sind ein Mann und eine Frau miteinander verheiratet, wenn sie körperlich zu einem Fleisch geworden sind. Durch die Sexualität miteinander, das Ein-Fleisch-Werden,  definiert Gott eine Ehe.

Die Ehe ist ein Bund

Ein Bund wird in der Bibel als die höchste Hingabe, die es gibt, beschrieben. Wenn Gott einen Bund eingeht, drückt er damit aus: "Ich verpflichte mich zu etwas, was ich von meiner Seite aus nie brechen werde!" Mag kommen, was mag - Gott wird immer einhalten, was er versprochen hat. Und weil Gott treu ist, gelten diese Bündnisse nach wie vor. Beispiele dafür sind Gottes Bund mit Noah und allen Lebewesen, nie wieder eine weltweite Flut über die Erde kommen zu lassen; bis heute hat Gott diesen Bund erfüllt, es gab keine solche Flut; Gottes Bund mit Israel; auch wenn sich Israel von Gott abgewandt hatte, blieb er seinem Bund treu - bis heute; Gottes Neuer Bund mit Israel(!) und uns durch Yeshua, den Messias.

Bei unserer Erlösung hat Gott uns nicht einfach nur unsere Sünden vergeben. Viel mehr! Er ist in einen Bund mit uns eingetreten - und wir mit Ihm! Er sagt von Seiner Seite aus, mit den Worten von Jesus ausgedrückt: "Und siehe, ich bin alle Tage bei euch, bis ans Ende der Welt!" (Matt 28:20) Oder zu Joshua: "Ich werde dich nicht verlassen und dich nicht preisgeben!" (Jos 1:5; Heb 13:5) Wenn Gott zu seinem Bund mit Noah oder zu seinem Bund mit Israel nicht stehen würde, hätten wir keine Garantie, dass er zu seinem Bund mit uns steht. Wir hätten keine Gewissheit über unsere Erlösung.

Jetzt ist Gott aber treu und hält seine Bündnisse. Besiegelt wird so ein Bund immer mit Blut. Ein gutes Beispiel dafür ist Abraham, wo er eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube vor Gott opferte (Genesis 15). Blut floß, der Bund war geschlossen. Genau so ein Bund ist die Ehe auch. Die Ehe ist ein Blutsbund zwischen zwei Menschen. Aus diesen Gründen wiegt es in Gottes Augen so schwer, wenn dieser Bund gebrochen wird. Wie wird dieser Ehebund gebrochen? Wenn die Ehe durch körperliche Einheit zweier Menschen zustande kommt, dann ist das Brechen dieser Einheit die körperliche Einheit mit einer anderen Person. Deshalb spricht Gott in Seiner Beziehung zu Israel auch von "Ehebruch", wenn sie sich von Ihm abwenden und anderen Göttern zuwenden.

Unsere Beziehung zum Vater im Himmel

Alles in unserem Leben soll aus unserer Beziehung zum Vater im Himmel heraus geschehen - auch die Sexualität. Der Vater liebt uns und meint es mit uns gut. Seine Idee, eine Ehe zu erschaffen, ist gut. Eine Ehe ist etwas Gutes. Wie es ein Freund von mir einmal ausgedrückt hat: 'Ich finde die Ehe genial!' Gott nimmt zwei Menschen, voneinander so verschieden, und macht sie zu einer Einheit. Das kann nur Er!

Was ist der Unterschied zwischen einem verheirateten Ehepaar und den selben Menschen vor ihrer Ehe? Der größte Unterschied ist die Sexualität miteinander. Die Ehe wird durch die körperliche Einheit miteinander charakterisiert. Daraus erkennen wir, dass diese körperliche Einheit nur in eine Ehe gehört; denn sie definiert Ehe!

"Sex vor der Ehe" ist eigentlich ein Widerspruch in sich selbst. Denn sobald zwei Menschen miteinander ein Fleisch werden, sind sie damit in den Ehebund eingetreten. Sie sind in Gottes Augen miteinander verheiratet.

Gott sagt mit anderen Worten: "Jeder Mensch ist frei, in diesen Ehebund einzutreten oder auch nicht. Aber wenn du das tust, dann bleib auch dabei. Denn was du da tust, ist ein Bund!"

Der Vater offenbart sich im Gesetz

Der Vater im Himmel möchte die Ehebeziehung, die in Seinen Augen so wertvoll und kostbar ist, schützen. Deshalb sagt Gott vollkommen konsequent:

(1) "Wenn jemand eine Jungfrau, die nicht verlobt war, verführt und ihr beiwohnt, so soll er den Preis entrichten und sie zur Frau nehmen. Weigert sich ihr Vater aber, sie ihm zu geben, so soll er entsprechend dem üblichen Preis für die Jungfrauen einen Betrag zahlen." (Ex 22:15)

Wenn ein Mann diesen Bund eingegangen ist, muß er auch dabei bleiben. Noch ein Beispiel:

(2) "Trifft jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau, packt sie, wohnt ihr bei und wird dabei ertappt, so hat der Mann, der ihr beiwohnte, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberschekel zu zahlen. Auch muß er sie dafür, daß er sie schwächte, zur Frau nehmen; er darf sich sein ganzes Leben lang nicht von ihr scheiden." (Deut 22:28)

Er muß die Konsequenzen für sein Handeln tragen und Verantwortung übernehmen. "Wer das Wort verachtet, wird von ihm gepfändet; wer aber das Gebot fürchtet, wird belohnt." (Sprüche 13:13)

(3) "Wird ein Mann dabei angetroffen, dass er einer verheirateten Frau beiwohnt, so sollen beide sterben, sowohl der Mann, welche der Frau beiwohnte, als auch die Frau. So sollst du das Böse aus Israel austilgen." (Deut 22:22)

Wir sehen, wie stark Gott dieses Thema und das Brechen einer Ehe sieht.

(4) und (5) Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein anderer Mann wohnt ihr bei, so müssen entweder beide (wenn sich das Mädchen nicht wehrte) oder nur der Mann sterben (Deut 22:23-29). Im zweiten Fall ist es sehr schön zu sehen, wie Gott unschuldige Jungfrauen schützt.

In diesen Fällen sehen wir auch, dass Gott dem Vater des Mädchens Autorität über seine Tochter gegeben hat. Das soll zu ihrem Schutz dienen. Denn gerade Mädchen bzw. Frauen brauchen Sicherheit. Und in einem lebenslangen Bund, einem Versprechen 'Ich werde dich niemals verlassen' finden beide, speziell die Frau, die Sicherheit, nach der sie verlangen. Diese Hingabe aneinander ist notwendig, damit eine gute, gesunde Beziehung - mit Sexualität - aufgebaut werden kann. Deshalb ist ein "probieren", wie manche es nennen, zerstörerisch: eine so intensive Beziehung ohne die richtigen Voraussetzungen, nämlich echter Hingabe an einander, ist zum Scheitern verurteilt.

Die Ehe - ein Zeichen für Jesus und seinen Leib

Der Ehebund zwischen einem Mann und einer Frau symbolisiert die Liebesbeziehung zwischen Jesus und seinem Volk. In Epheser 5 wird es so ausgedrückt, nachdem Genesis 2:24, die Definition der Ehe, zitiert wird: "Dieses Geheimnis ist groß; ich deute es auf Messias und die Gemeinde." (Eph 5:32) Die selbe Liebe, die zwischen Jesus und uns besteht, soll zwischen Mann und Frau bestehen. Die Liebe des Vaters soll in unserer Beziehung zu Jesus und in einer Ehe sichtbar werden.

Liebe ist Hingabe

Diese Liebe Gottes ist vollkommen selbstlos. Gott ging nicht einen Bund mit Israel und mit uns ein, weil er etwas davon haben wollte - obwohl Ihm alle Ehre und Verherrlichung zusteht! Nein, er ging aus reiner Liebe einen Bund mit uns ein. Diese Liebe gibt sich dem anderen hin. Die Liebe fragt nicht: 'Was bekomme ich davon?', sondern 'Was kann ich geben?' Jesus sagt: "Eine größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt." (Joh 13:15) Diese Liebe ist bereit, sich durch einen Bund an den anderen zu binden - ein Leben lang. Bei der Frage der Sexualität vor einer Ehe wird oft argumentiert: 'warum nicht? - wir lieben einander doch!' OK, wenn du den anderen liebst, dann beweise es, indem du einen Bund mit ihm, oder mit ihr, eingehst!

Gott gibt einer Ehe ein wunderbares Geschenk - Sexualität. Jemand hat es sehr treffend einmal so ausgedrückt: 'Sex war Gottes Idee!' Innerhalb einer Ehe kann die Sexualität zu einem wunderschönen Ausdruck der Liebe Gottes werden. Sie ist gleichzeitig eine Belohnung für Einheit und ein Werkzeug, dass diese Einheit noch mehr wächst. In der Sexualität steckt gewaltig viel Kraft - zum Guten, wenn sie richtig verwendet wird, und zum Schlechten, wenn sie falsch, also nicht in einer Ehe, verwendet wird.

Erfüllende Sexualität kann es nur _in_ einer Ehe geben. Das - und nichts anderes - wird der Vater im Himmel segnen!

Was nun, wenn zwei Menschen die Sexualität schon vor einer Ehe praktiziert haben? In Gottes Augen sind sie miteinander verheiratet! Sie haben die Verantwortung, zu ihrem Handeln zu stehen und die Konsequenzen auf sich zu nehmen, also (öffentlich) zu heiraten und beeinander zu bleiben. Genau das sagt der Vers von oben, Deut 22:28, aus. Doch der Vater liebt es, barmherzig zu sein! Es ist (allein!) Seine Entscheidung, wenn er das von einem Menschen nicht fordert, sondern ihm vergibt, von seiner Sünde reinigt und ihn zu einer anderen Frau und einer erfüllenden Ehe führt. Ich kenne Beispiele, wo sich Menschen als Ungläubige verfehlt und dann später bekehrt haben; Gott hat ihnen vergeben und sie nach einiger Zeit in eine gesegnete Ehe geführt. Wir sehen an solchen Beispielen gut, wie der Vater im Himmel die Dinge sieht und handelt: einerseits die Strenge, wenn er fordert, dass wir konsequent sind und Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Hier ist auch das Alter der Betroffenen entscheidend. Denn solange sie noch nicht erwachsen sind (laut Bibel mit 21 Jahren!), hat der Vater die Autorität und trägt die Verantwortung. Andererseits die Gnade Gottes, dafür nicht sterben zu müssen, Vergebung zu bekommen und einen Neuanfang. In konkreten Fällen, wo Jugendliche in so einer Situation sind, ist der springende Punkt der: allein Gott hat das Recht, über Tod oder Leben zu entscheiden. Allein Gott hat die Macht, die Konsequenzen nicht einzufordern, Sünde zu vergeben und Gnade zu geben.

Was sagte Jesus zur Frau, die Ehebruch begangen hatte, in Johannes 8:2-11? Zwei Dinge, die im Wesentlichen das Gesetz und die Gnade sehr schön miteinander verbinden: Einerseits stimmt Jesus zu, dass sie den Tod verdient hat. Gott macht mit Sünde keine Kompromisse! Andererseits aber gibt er ihr Gnade. - Er sagt klar, dass es Sünde war, was sie tat. Er sagt auch, dass sie ihren Lebensstil ändern muss: "Geh und sündige nicht mehr.". Und er sagt auch, dass er sie nicht verurteilt. Keiner war da, der den ersten Stein hätte werfen können, weil er ohne Sünde war - außer Jesus selbst. Nachdem der Herr allen anderen gezeigt hatte, dass sie zuerst das eigene Leben aufräumen müssen, bevor sie andere anklagen (siehe auch 2. Kor 10:6), sprach er die erlösenden Worte: "Auch ich verurteile dich nicht."

Möge der Herr uns dieselbe Klarheit geben, wenn Menschen zu uns kommen und uns zu diesem Thema fragen oder wenn wir in einer Situation sind, wo wir Stellung beziehen müssen. Dass wir einerseits ganz klar bekennen, dass Sexualität vor der Ehe Sünde ist, und andererseits, dass wir die betroffenen Menschen zu einer Liebesbeziehung mit dem Vater im Himmel führen. Damit sie Ihn kennen, Einsicht und geistliches Verständnis bekommen, beginnen zu verstehen. Dass der Geist Gottes unser Leben und unsere Worte verwenden kann, um in ihnen zu wirken. Und dass sie dann aus Liebe zum Vater, aus Weisheit und weil es einfach der richtige Weg ist, so handeln, dass es Gott und Sein Wort ehrt: indem bis zur Ehe warten, um die Sexualität danach in Freiheit und mit dem Segen des Herrn genießen zu können.

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