Wahrheit und Friede

Kategorie(n): Israel   Bibel   Wahrheit   Fragen & Antworten  

Wir hören in unserer Welt so viel über 'Frieden'. Aber was ist Frieden wirklich? Ist es nur die Abwesenheit von Krieg? Was sagt die Bibel über echten Frieden? Und wie steht er mit der Wahrheit in Bezug?

Biblischer Friede

Zunächst eine klare Unterscheidung: der Friede, von dem die Bibel spricht, ist nicht der Friede, von dem die Welt spricht. Die reiche hebräische Sprache zeigt uns so viel auf: Das Wort "Shalom", das wir mit "Frieden" übersetzen, kommt von der Wurzel mit den 3 Buchstaben "SCH" - "L" - "M". Aus dieser Wurzel kommen viele andere wichtige Worte, z. B. auch das "bezahlen". Welchen Zusammenhang gibt es zwischen "bezahlen" und "Frieden"? Wenn wir eine Rechnung nicht bezahlt haben, haben wir keinen Frieden im Herzen. Etwas stimmt nicht, gehört noch erledigt und bereinigt. Wir merken das innerlich. Erst, wenn alles bezahlt ist, wenn wir keine Schulden mehr haben, haben wir Frieden im Herzen.

Genau so ist es mit einer größeren Schuld, die wir alle haben: unsere Sünden machen uns vor Gott schuldig. Erst, wenn der Preis für unsere Sünden bezahlt ist, haben wir wirklichen, echten Frieden im Herzen. Jesus allein, und niemand anderer, hat den Preis für unsere Sünden bezahlt. Wenn wir Seine Vergebung annehmen, bekommen wir den Frieden Gottes in unser Herz. Jesus ist dann unser Friede geworden!

Wenn die Welt von 'Frieden' spricht, meint sie nicht den Frieden des Herrn, weil sie diesen Frieden gar nicht kennt. Damit kommt es manchmal zu Verwirrung und/oder auch unrichtigen Aussagen. Hier ist gemeint, nicht miteinander zu streiten, nicht zu kämpfen, nicht gegeneinander Krieg zu führen. Man hätte 'Frieden'. Doch was hat dieser Friede mit der Wahrheit zu tun? Ist er eine Voraussetzung dafür? Gibt es Wahrheit ohne Frieden? Gibt es Friede ohne Wahrheit? Oder bewirkt das eine das andere?

Kein Kompromiß mit der Wahrheit

Wahrheit ist nicht "die richtige Philosophie", eine "korrekte Weltanschauung", ja nicht einmal, wenn man "alles richtig sieht". Wahrheit ist mehr, sie ist eine Person. Jesus ist die Wahrheit. Daher steht Wahrheit NIE gegen _Biblischen_ Frieden. Sicherlich gegen den Frieden der Welt, aber nicht gegen den Frieden des Herrn. Wie könnte es auch so sein? Gott selbst ist Wahrheit, und Er selbst ist Frieden. Gott ist nicht in sich selbst gespalten.

Ja aber, könnte man einwenden, führt die Wahrheit nicht immer zu Frieden? Wahrheit wird zu dem Frieden des Herrn führen, aber nicht zum Frieden der Welt. Wenn der Herr über Frieden spricht, meint er damit den tiefen Frieden im Herzen eines Menschen, den wir bekommen, wenn wir mit Ihm im Reinen sind. Wenn Politiker über 'Frieden' diskutieren, meinen sie nicht den inneren Frieden im Herzen, den der Herrn gibt. So steht geschrieben: "Keinen Frieden, spricht mein Gott, gibt es für die Gottlosen!" (Jes 57:21)

Wahrheit und Frieden sind einander kein "Hindernis". Wahrheit ist dem 'Frieden' der Welt ein Hindernis, aber nicht dem Frieden des Herrn. Im Gegenteil: Wahrheit führt zum Frieden des Herrn!

Biblische Wahrheit und Biblischer Friede gehören _immer_ zusammen.

Wir sollen beide lieben.

Das eine für das andere aufgeben?

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel aus unserer Zeit, aus Israel: Juden stehen von der Herausforderung, Wahrheit und Frieden miteinander zu leben. Am Beispiel des Verheißenen Landes sehen wir es sehr deutlich. Einerseits hat Gott ihnen das Land gegeben, andererseits wollen sie mit ihren Nachbarn und Feinden Frieden haben. Muß Israel jetzt das eine für das andere aufgeben? Soll Israel auf Teile des Landes verzichten, um Frieden zu bekommen? Oder muß Israel auf Frieden verzichten, um das Land zu behalten?

Die Antwort ist völlig klar: Israel soll an der Wahrheit festhalten, wenn es auch vorübergehend den 'Frieden' der Welt einbüßt. Das ist der Preis, für die Wahrheit zu stehen. Gott sagt: "Und das Land soll nicht für immer verkauft werden, denn Mir gehört das Land; denn ihr seid Fremdlinge und Beisassen bei Mir." (Lev 25:23) Die Wahrheit ist: das Land Israel gehört Gott und er hat es den Juden gegeben. Daran soll Israel festhalten. Entsteht daraus Friede? Der Friede der Welt - nein, denn die Welt will sich nicht an das Wort Gottes halten. Israel hatte es ja schon versucht, Teile des Landes herzugeben. Bekamen sie Frieden? Nein, Raketen, die sie umbringen sollten! Aber der Friede Gottes kommt immer ins Herz eines Menschen, wenn er tut, was die Bibel sagt. So wird Gott auch Juden belohnen, die an ihrem Land festhalten, weil Gott es gesagt hat. Sie werden inneren Frieden haben, wenn es auch außen stürmt und tobt. Der Messias Yeshua wird, wenn er kommt, wahren Frieden bringen! Und dieser wird sich dann über die ganze Welt erstrecken.

"Größere Werte"?

Es gibt Stimmen, die meinen, man müsse die Wahrheit manchmal für größere Werte opfern. Als ein Beispiel wird Abraham gebracht. Er habe gelogen, indem er sagte, Sarah sei seine Schwester, um sein Leben zu retten. Gott habe ihn dafür nicht zurechtgewiesen, also wäre es in den Augen Gottes in Ordnung, die Wahrheit beiseite zu schieben, um das eigene Leben zu retten. Es wird behauptet: 'Um des Lebens willen darf man von der Wahrheit abweichen.' Doch das kann nicht sein: dürfte demnach also ein gläubiger Jude oder Christ den Herrn verleugnen, nur damit er nicht gefoltert oder umgebracht wird?

Ein weiteres Beispiel wird bei dem Propheten Samuel gebracht: Gott sagt Samuel, er soll David zum König über Israel salben. Samuel antwortet Gott: "Wie soll ich hingehen? Wenn es Saul erfährt, wird er mich töten! Darauf habe Gott Samuel eine 'andere Wahrheit' gegeben. Er hätte ihm 'eine Ausrede vorgeschlagen'. Denn er sagte zu Samuel: "Nimm eine junge Kuh mit dir und sprich: Ich bin gekommen, um Jahwe zu opfern!" (1 Sam 16:2)

Was Gott wirklich getan hat, ist: Er gibt Samuel einen guten (Aus-)Weg, der sein Leben rettet und gleichzeitig der Wahrheit NICHT widerspricht! Samuel hatte dem Herrn ja wirklich ein Opfer gebracht. Gott hatte keine 'andere Wahrheit'. (Genau davon spricht die Welt heute so viel. Jeder habe 'seine eigene Wahrheit' - ein Widerspruch in sich selbst.)

Eine feine Grenze

Öfters sind auch wir in Situationen, wo wir vor der Herausforderung stehen, die Wahrheit um einen Preis herzugeben. In einer Ehe z. B. sind Mann und Frau manchmal herausgefordert, den Frieden bei unterschiedlichen Meinungen trotzdem zu bewahren. Doch all das geschieht nicht um den Preis der Wahrheit. Sondern der Herr gibt seine Liebe und Seine Weisheit, um den Frieden zwischen Mann und Frau zu bewahren. Er tut es auf wunderbare Weise: "So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, daß ihr der Berufung, zu der ihr berufen worden seid, würdig wandelt, indem ihr einander mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld in Liebe ertragt und fleißig seid, die Einheit des Geistes in dem Band des Friedens zu bewahren." (Eph 4:1-3) Der Herr ruft uns in unsere Beziehungen zu Ihm und zu einander zu Wahrheit, zu Wahrhaftigkeit auf. Danach sollen wir 4 Dinge praktizieren, damit echter Friede und echte Einheit da ist: Demut, Sanftmut, Geduld und Liebe. Das ist der Weg der Wahrheit.

Wahrheit und Friede gehören zusammen. Wenn der Herr selbst Wahrheit _ist_ und Frieden _ist_, wie sollten die beiden gegeneinander stehen?

Möge der Herr, der Gott Israels, uns als Juden und Christen helfen, in der Wahrheit fest zu stehen, um den wahren Frieden im Herzen zu empfangen und zu behalten.

Der Herr wird uns "in alle WAHRHEIT führen" (Joh 16:13) - Er, der "unser FRIEDE ist" (Eph 2:14)! Möge Er uns helfen, in Seiner Wahrheit und in Seinem Frieden zu leben!

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