Ist die Gemeinde von Jesus heute noch relevant?

Kategorie(n): Bibel  

Was haben relative Wahrheit, freie Liebe in den 1960er Jahren und die Legitimierung der Abtreibung miteinander gemeinsam? Sie alle basieren auf einer Weltanschauung, einer Philosophie, die "Postmoderne" genannt wird und frei als "allgemeines Mißtrauen gegenüber jeder Art von Anspruch auf absolute Wahrheit" definiert wird. Fernsehen und Radio, Talk-Shows und Zeitungen, überall sehen und hören wir, wie die Ansicht "jeder hat seine eigene Wahrheit" verkündet wird. Die Postmoderne ist zur Norm in unserer Gesellschaft geworden und eine große Herausforderung für die Gemeinde von Jesus.

Als die technischen Errungenschaften der Wissenschaft im 16., 17. und 18. Jahrhundert immer mehr wurden, glaubte man, alleine durch den menschlichen Verstand absolute Wahrheit finden zu können. Man grenzte Gott und die Bibel aus, die bis dahin als Basis der Wissenschaft dienten, um den Menschen als Einzelperson mit übertriebener Aufmerksamkeit zu bedenken. Nachdem sich der menschliche Verstand alleine als unzureichend herausstellte, kam der Gedanke auf, absolute Wahrheit könne gar nicht gefunden werden oder existiere überhaupt nicht. Die "Postmoderne" war geboren.

Wahr oder nicht?

Da laut Postmoderne keine absolute Wahrheit existiert, liegt es an dem Einzelnen, sich seine eigene Welt mit eigenen Werten aufzubauen. "Was für mich richtig ist, muß nicht für Dich richtig sein" ist ein bekannter Vertreter dieser Philosophie, der uns allen auf die eine oder andere Art begegnet. Statt echter Toleranz - nämlich, dass jeder frei ist, seine eigene Überzeugung zum Ausdruck zu bringen - hören wir heute, es sei "intolerant", von der absoluten Wahrheit des Wortes Gottes zu sprechen. Wer schon einmal unter Druck gekommen ist, weil er anderen seinen Glauben mitgeteilt hat, kennt die Auswirkungen der Postmoderne aus eigener Erfahrung.

Die Gemeinde von Jesus muß die Herausforderung der Postmoderne annehmen. Was wäre sonst die Folge, wenn die nächste Generation von Ärzten, Rechtsanwälten und Politikern mit postmodernem Denken das öffentliche Leben prägt?

Dabei kann die Postmoderne nicht einmal erklären, woher das Böse kommt. Auch nicht in einem Zeitalter mit zwei Weltkriegen, dem Holocaust und Völkermord im Sudan. Sie meint, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Statt dessen gäbe es viele verschiedene Perspektiven und jeder kann sich aussuchen, was für ihn persönlich wahr ist. Manche gehen sogar so weit, zu behaupten, dass Hitlers Weltanschauung und die der Mutter Theresa gleichwertig seien. Das mag ein extremes Beispiel sein. Es zeigt aber, was geschehen kann, wenn man absolute Wahrheit ignoriert.

Keine Schwerkraft mehr

Unsere Gesellschaft mit ihrem moralischen Verfall bezeugt die verheerenden Folgen der Postmoderne. Absolute Wahrheit muß existieren, wenn es Ordnung geben soll. Was wäre die Folge, wenn die Schwerkraft ab morgen nicht mehr wirken würde? Chaos! Gleicherweise verfallen Menschen ins Chaos, die sich anmaßen, selber entscheiden zu können, was richtig und was falsch ist. Sie glauben die Lüge der Schlange zu Eva: "Ihr werdet wie Gott sein" (Gen 3:5).

Die Postmoderne hat auch vor der Gemeinde von Jesus nicht halt gemacht. Viele Meinungen und Interpretationen haben vielerorts die absolute Wahrheit des Wortes Gottes verdrängt. Täglich sollen gläubige Menschen durch den Druck einer postmodernen Gesellschaft dazu gezwungen werden, in ihrem Glauben Kompromisse einzugehen oder "toleranter" zu sein.

Unsere Kinder werden durch Lehrer, Medien und öffentliches Leben stark mit einer werte-losen, moralisch dekadenten Lebesweise konfrontiert. Eltern, Pastoren und Jugendleiter müssen im Wort Gottes umso fester stehen, "in Tat und Wahrheit", und als Vorbild. Wir müssen aktiv gegen die schädlichen Einflüsse von relativer Wahrheit und verstecker Anbetung des eigenen Ichs kämpfen. Seien wir "Vorbilder der Herde", die von Herzen und selbstlos dienen.

Ein Vorbild aus China

Die Gemeinde in China ist in den letzten Jahren aufgeblüht, indem sie von den Strukturen, die im Westen vorherrschen, wegging. In einer postmodernen Gesellschaft, wo Menschen gelernt haben, jeder absoluten Wahrheit zu mißtrauen, sind starre, gesetzliche Strukturen nicht geeignet, sie für Jesus zu gewinnen.

Wenn die Gemeinde relevant bleiben will, muß sie lernen, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen.

Menschen, die auf dem Fundament der Postmoderne aufgewachsen sind, haben ein anderes Denken. Dieses Denken wird nicht mehr als mögliche Weltanschauung bezeichnet, sondern als allgemeiner Hausverstand. Ihre kritische Beurteilung bringt uns Gläubige auf den Prüfstand. Menschen haben Mißtrauen gegenüber jedem, der absolute Wahrheit predigt. Wenn wir in unsere Kirchen und Gemeinden gehen, unser Umfeld aber nicht zum Guten verändert wird, werden die Außenstehenden, die uns beobachten, mit ihren Fragen und Problemen nicht zu uns kommen, weil sie von uns gar keine Lösung erwarten.

Was können wir also tun, wie können wir helfen, wie müssen wir uns vom Herrn verändern lassen?

Es ist nicht einfach, mit der heutigen Welt in Kontakt zu bleiben und trotzdem Gottes Standard nicht zu verleugnen oder herabzusetzen. Wir stehen vor der Herausforderung einer authentischen Nachfolge von Jesus ohne Kompromisse. Auch wenn die Postmoderne eine zu starke Betonung auf den Einzelnen legt, müssen wir sensibel für die Nöte des Einzelnen sein. Groß angelegte "Verteil diese 100.000 Flugzettel"-Aktionen werden nicht die persönliche Beziehung zum Nächsten aufbauen, die notwendig ist, um ihn in seinem Herzen zu erreichen.

Echter Glaube zeigt sich im praktischen, täglichen Leben. Kein Wunder, dass Jesus keine Bibelschule gegründet hat, wo Petrus, Johannes und Jakobus jeden Tag von 8 - 12 Uhr anwesend sein mussten. Nein, er hat mit ihnen zusammen gelebt. "Immanuel" - "Gott mit uns" - war da, mitten unter uns. Er hat im wahrsten Sinn wirklich mit uns gelebt, jeden Tag. Er hat uns vorgelebt, wie es sein soll. Folgen wir ihm nach und tun wir dasselbe wie er! Täglich. Dann werden wir ein echtes Zeugnis für Jesus sein und Menschen für den Herrn gewinnen können.

Melania (26. 4. 2013, 16:23)

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