Die 7 Feste des Herrn (1)

Kategorie(n): Israel   Bibel  

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Gemeinde von Jesus viel Erkenntnis und Reichtum aus dem Wort Gottes verloren. Doch Gott ist dabei, sie wiederherzustellen. Ein Bereich, auf den das zutrifft, ist der der "Festzeiten". Wir können so viel von ihnen lernen.

Die Bibel spricht von 7 "Festen des HERRN". Das hebräische Wort, das mit "Feste" oder "Festzeiten" übersetzt wird, heißt "Moed" und bedeutet "eine bestimmte, festgesetzte Zeit". Es sind nicht nur jüdische Feste, sondern Festzeiten "des HERRN". Gott hat Zeiten bestimmt, zu denen er sich bereithält, seinem Volk zu begegnen. Willst Du dabei sein, wenn der Herr ein Fest feiert?

Die ausführlichste Beschreibung dieser 7 Feste des Herrn steht in Levitikus 23. Sie sind nicht nur ein Überblick über das Erntejahr Israels, sondern eine prophetische Zusammenfassung der ganzen Heilsgeschichte! Deshalb möchte ich in den nächsten Artikeln diese Feste des Herrn einzeln vorstellen und dann die Verbindung sowohl zu Jesus, als auch zu endzeitlichen Schriftstellen und Prophetien aufzeigen.

Bevor wir ins Detail gehen, noch ein zwei Grundlagen. Erstens: Gott gab uns in seinem Wort seinen Kalender. Er orientiert sich am Mond und hat ca. 360 Tage. Der gregorianische Kalender dagegen orientiert sich an der Sonne und hat ca. 365 Tage. Deshalb stimmen die Daten nach diesen beiden Kalendern nicht immer auf den Tag genau überein. Wenn heuer z. B. das Laubhüttenfest im gregorianischen Kalender auf den 19. September fällt, ist es nächstes Jahr nicht wieder der 19. September. Was jedoch immer gleich bleibt, sind die Datumsangaben in der Bibel.

Zweitens: In der Bibel besteht ein "24-Stunden-Tag" aus der Zeit von 18 Uhr bis 18 Uhr. Der dunkle Teil ("Nacht") beginnt am Abend und dauert bis 6 Uhr Früh. Der helle Teil ("Tag") beginnt um 6 Uhr Früh und geht bis 18 Uhr. Die "dritte Stunde des Tages" wäre also 9 Uhr in der Früh. Wenn ein Fest also am 9. eines Monats ist, beginnt dieser Tag am Abend des 8. Tages.

Prophetische Feste Gottes

Es gibt 4 Feste im Frühling und 3 Feste im Herbst. Die 4 Feste im Frühling wurden von Jesus dem Messias alle erfüllt. Alle auf den Tag genau! Es liegt nahe, zu erwarten, dass er auch die 3 Feste im Herbst bei seinem 2. Kommen auf den Tag genau erfüllen wird. Hier ist die Übersicht, zusammen mit der prophetischen Bedeutung und Erfüllung:

  • 1. Pessach (Passah): Yeshuas Tod am Kreuz
  • 2. Ungesäuerte Brote: Yeshuas Leben frei von Sünde
  • 3. Erstlingsfrüchte: Auferstehung von Jesus
  • 4. Shavuot (Wochenfest, Pfingsten): Kommen des Heiligen Geistes. Zwischen Pessach und Shavuot liegen genau 50 Tage.
    Vier Monate dazwischen: Das wird mit der Zeit der Gemeinde verglichen
  • 5. Shofar-Blasen: Mit der Entrückung verbunden
  • 6. Yom Kippur (Versöhnungstag): Mit Israels nationaler Errettung verbunden
  • 7. Sukkot (Laubhüttenfest): Mit der Wiederkunft von Jesus und dem messianischen Königreich verbunden

Es ist sehr bereichernd, folgende Schriftstellen zu lesen und zu sehen, dass sie Teil des Pessach-Festes waren, das Jesus gefeiert und erfüllt hat! Matt 26:17-30; Mar 14:12-26; Luk 22:1-39; Joh 13 - 17 und 18:1 (!); 1 Kor 5:6-8

Das letzte Abendmahl

war ein Teil von Pessach! Es wird vom Abend des 14. bis zum Abend des 15. Nissans gefeiert. Bei einem typischen Seder-Abend, wie er genannt wird, ging und geht es ungefähr so zu:

1. Das Haus wird von Sauerteig gereinigt.

        Sauerteig ist in der Bibel ein Zeichen für Sünde (1. Kor. 5:6-8). Wie das Haus von Sauerteig gereinigt wurde, reinigen wir unsere Herzen von Sünde. Auch ist auffallend, dass Paulus hier zu Christen (gläubige Menschen, die keine Juden sind!) völlig selbstverständlich und natürlich darüber spricht, dass sie das Pessach-Fest feiern.

2. Die Hände werden gewaschen.

        Mit eigenem Lavor und Handtuch waschen sich alle die Hände. Jesus führt das noch einen großen Schritt weiter, indem er den Jüngern sogar die Füße wäscht (Joh 13).

3. Kerzen werden angezündet.

        Dies tut üblicherweise die Frau des Hauses. Nachdem es eine Frau war, die Yeshua als das Licht der Welt "gebracht" hat (Gen 3:15; Gal 4:4), ist es symbolisch auch eine Frau, die das Licht zum Seder-Abend "bringt".

4. Die Haggadah wird erzählt. Sie ist die Erzählung der Geschichte des Volkes Israel in Ägypten (Exodus 1 - 12).

5. Das jüngste Kind darf 4 Fragen stellen:

Einleitung: "Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?"

"Warum essen wir in dieser Nacht Matzah?", "Warum essen wir in dieser Nacht nur bittere Kräuter?", "Warum tauchen wir in dieser Nacht die Kräuter zweimal ein?", "Warum lehnen wir uns in dieser Nacht an?"

Und wer von Euch weiß alle Antworten auf diese Fragen? :-)

6. Der erste Kelch Wein

        Er wird "Kelch der Danksagung" genannt. Jesus hat diesen Kelch in Lukas 22:17-18 gesegnet.

7. Der zweite Kelch Wein

        Er wird "Kelch der Plagen" genannt und erinnert an die Plagen, durch die der allmächtige und wahre Gott der Hebräer das Volk Ägypten und seine falschen Götter gerichtet hat (Ex 12:12).

8. Das Afikomen

        Dies ist eine Tradition, die voller Zeichen auf Yeshua, Jesus, den Messias ist. Es gibt am Tisch einen Behälter mit 3 Fächern. In jedem Fach liegt ein Stück "Matza" (=ungesäuertes Brot). Die 3 Fächer repräsentieren Vater, Sohn und Heiligen Geist. Das Matza ist ungesäuert, gestreift und durchbohrt. Es ist ein wunderbares Bild für Jesus, der ohne Sünde war, durch die Folter der römischen Soldaten tiefe Furchen oder Streifen auf seinem Rücken trug und durch die Nägel und den Lanzenstich am Kreuz durchbohrt war. Sacharjah 12:10, Johannes 19:37 und Offenbarung 1:7 sprechen darüber, dass sie "auf den schauen werden, den sie durchbohrt haben". Und Jesaja 53:5 sagt, dass wir "durch seine Striemen geheilt sind". Das mittlere Matza wird dann herausgenommen, gebrochen, in ein Tuch gewickelt und versteckt. Wieder ein Bild für Jesus: er hat den Himmel verlassen (Phil 2:6-7), sein Leib wurde am Kreuz gebrochen, bei seiner Grablegung wurde er in ein Tuch gewickelt (Joh 20:7) und im Grab "versteckt".

9. Das Essen :-)

        Köstlich, gut, muß man einfach probiert haben! ;-) Es ist so umfangreich, dass ich hier nur ein paar Dinge wiedergebe. Laut Bibel müssen nur diese drei Dinge dabei sein: Fleisch (Lamm oder Ziege), ungesäuertes Brot, bittere Kräuter. Darüber hinaus gibt es noch: Petersilie, Ei, Kren (bitter), Charoset (süß), Hühnersuppe, Matza, gefüllte Fische, wieder Matza, Salat, noch mehr Matza, geröstete Zwiebel, Erdäpfel und ... Matza! Und das ist nur die Vorspeise. Für jeden ist etwas dabei! Und alles hat eine symbolische Bedeutung über die Zeit des Volkes Israels in Ägypten.

10. Suche nach dem Afikomen

        Nach dem Essen wird das Afikomen gesucht. Nachdem es gefunden wurde, wird es an alle Anwesenden verteilt. Die Symbolik: Jesus ist auferstanden und alle, die glauben, haben an seiner Auferstehung Anteil.

11. Der dritte Kelch Wein

        Er wird der "Kelch der Erlösung" genannt. Diesen Kelch hat Jesus selbst nach dem Essen gesegnet (Luk 22:20; 1 Kor 11:25) und symbolisch auf sein Blut angewandt, durch das wir Erlösug haben (Eph 1:7).

12. Der vierte Kelch Wein

        "Er wird "Hallel" oder "Kelch des Lobpreises" genannt. Am Ende der Zeit mit seinen Jüngern, kurz bevor sein Leiden begann, war Yeshua im wunderschönen Gebet aus Johannes 17 voller Lobpreis! So schließt er den Seder-Abend des Pessach-Festes ab, um anschließend aus Liebe zu uns am Kreuz geopfert zu werden.

Das Lamm Gottes

Noch weitere Dinge über das Lamm, die Jesus alle erfüllt hat:

1. Der Name "Pessach" bedeutet "vorübergehen". Das Blut des Lammes schützt vor dem Tod. (Ex 12:13)

2. Ein fehlerloses, männliches, 1-jähriges Lamm musste es sein (Ex 12:5). Auch Jesus war männlich, fehlerlos und am Höhepunkt seines Lebens.

3. Nichts darf von dem Lamm übrigbleiben, die Reste müssen verbrannt werden (Ex 12:10; 34:25). Auch Jesus blieb nicht über Nacht am Kreuz.

4. Vom 10. bis zum 14. Tag des Monats Nissan wurde das Lamm inspiziert, ob es wirklich fehlerlos war. Yeshua wurde, als er nach Jerusalem kam, vor den Schriftgelehrten, Pharisäern und Obersten inspiziert; und ohne Fehler, ohne Flecken befunden!)

5. Die Kreuzigung hat am 15. Nissan um 9 Uhr Früh stattgefunden: zur selben Zeit wie das Opfer des Pessach-Lammes im Tempel dargebracht wurde! Johannes der Täufer nennt Jesus das "Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt." (Joh 1:29.36)

6. Kein Knochen darf am Lamm gebrochen werden. So ist auch kein Knochen von Jesus gebrochen worden. (Joh 19:36)

7. Und schließlich wird in Matt 26:20-23 und Joh 13:21-26 der Verräter bezeichnet. Unmittelbar danach verließ er den Raum, denn er hatte keinen Anteil am Mahl des Lammes!

Sind wir als Christen verpflichtet, Pessach zu feiern?

Wir haben als Gläubige in Jesus die Freiheit, Pessach zu feieren oder auch nicht. Wir leben in der Erfüllung, die Jesus für uns vollbracht hat. Zwar sind die Anforderungen, um vor Gott gerecht zu sein, immer noch die selben, aber Jesus hat das Gesetz für uns erfüllt.

Es ist aber ein großer Reichtum, das Pessach-Fest freiwillig zu feiern! Wir lernen nicht nur viel über unseren Messias selbst, sondern können auch für ungläubige Juden ein großes Zeugnis sein. Nicht selten hat sich ein Jude bekehrt, nachdem er die Verbindung von Pessach zu Yeshua so richtig gesehen und erkannt hat. Weiters ist es eine Möglichkeit der Identifikation mit dem jüdischen Volk im Allgemeinen, in das wir laut Römer 11 "eingepfropft" sind.

Mit anderen Worten: wenn wir Pessach feiern, können wir nur gewinnen! :-)

Schließlich wird Jesus selbst "nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis er es neu mit uns im Reich Gottes trinken wird!" (Luk 22:16)

Pessach zeigt Gottes Liebe und Erlösung für uns

Das Brot, das Matza, ist also ein Symbol für Yeshuas Leib, der für uns am Kreuz gebrochen wurde. Der Wein ist ein Symbol für Yeshuas Blut. Wenn wir "sein Fleisch essen und sein Blut trinken" (Joh 6:54), ihn also in uns aufnehmen (Joh 1:12), haben wir ewiges Leben.

Zwei Dinge waren notwendig, um Erlösung und Errettung vor dem Tod zu erlangen: ein Lamm zu schlachten UND sein Blut auf die Türpfosten zu streichen. Auch heute ist beides notwendig. Jesus hat sein Blut am Kreuz vergossen. Aber erst wenn wir sein Opfer im Glauben anwenden, auf die "Tür unseres Herzens" streichen, wird die Erlösung für uns persönlich wirksam. Joh 3:16 sagt: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab (Opfer am Kreuz), damit jeder, der an ihn glaubt (Anwendung des Blutes im eigenen Leben), nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe."

Und der Prophet Jesaja weissagt über Yeshua, das Lamm Gottes, in Kapitel 53:

"Er wuchs vor uns wie ein Reis empor, wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Keine Gestalt besaß er, noch Schönheit; [wir schauten,] und es war kein Anblick, dass wir sein begehrten.

Verachtet war er und von den Menschen gemieden, ein Mann von Schmerzen, leiderfahren; wie einer, vor dem man sein Angesicht verhüllt, verabscheut, von niemandem beachtet.

Aber wahrlich, unsere Krankheiten hat er getragen, unsere Schmerzen hat er auf sich geladen; doch wir hielten ihn für einen Geschlagenen, den Gott getroffen und gebeugt hat.

Er wurde um unserer Sünden willen durchbohrt, für unsere Missetaten zerschlagen. Zu unserem Frieden lag die Strafe auf ihm; durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.

Wir alle irrten wie die Schafe umher, jeder ging seine eigenen Wege. Aber Jahwe ließ ihn die Schuld von uns allen treffen.

Er wurde mißhandelt, doch er beugte sich. Er öffnet seinen Mund nicht. Wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt; wie ein Schaf vor dem Scherer verstummt, öffnet er seinen Mund nicht.

Jahwe gefiel es, ihn durch Leiden zu zermalmen; wenn er sein Leben als Schuldopfer hingibt, wird er Nachwuchs sehen und viele Lebenstage, und der Plan Jahwes wird durch seine Hand gelingen." (53:2-7.10)

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